«Wir vom Bund sind technologieoffen»

14. Januar 2020 agvs-upsa.ch – Pascal Previdoli, Stellvertretender Direktor des Bundesamts für Energie (BFE), sieht die Garagisten als Energie-, Effizienz- und Mobilitätsprofis. Doch die Herausforderungen, um den geplanten CO2-Absenkungspfad zu erreichen seien vor allem nach der Diesel-Thematik enorm.

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jas. Zum Auftakt seines Auftritts am «Tag der Schweizer Garagisten» 2020 gab Pascal Previdoli, stellvertretender Direktor des Bundesamts für Energie (BFE), zu bedenken, dass die Schweiz aktuell 47 Millionen Tonnen CO2 emittiere, wovon 31,8 Prozent auf den Verkehr entfielen. «Wir haben im Vergleich zur EU eine sehr inneffiziente Flotte mit 138,7 g CO2-Ausstoss und somit 27 Gramm mehr als in der EU.» Man habe die gesetzten Ziele nicht erreicht. Dabei habe auch der Verkaufsrückgang bei den effizienten Dieseln gegen die Branche gearbeitet.

An die Garagisten gewandt meinte er: «Sie sind die Energieeffizienzprofis. Sie sind aber noch viel mehr. Sie sind Profis für den ganzen Mobilitätsbereich.» Dies habe natürlich auch einen Einfluss auf die Aus- und Weiterbildung in der Branche. Genau diesen Bereich versuche man vom BEF aus zu unterstützen, weil man die Branche als wichtigen Partner sehe. Pascal Previdoli rechnete zudem vor: «Die Zustimmung der Schweiz zum Pariser Abkommen von 2017 heisst konkret: Wir müssen die CO2-Ausstösse bis 2030 halbieren.» Das seien grosse Herausforderung, vor allem weil die EU bereits wieder neue CO2-Reduktionen auch für Nutzfahrzeuge beschlossen habe und es weitere Verschärfungen geben werde. Für die Schweiz käme erschwerend dazu, dass die Schweizer Lösung, das sogenannte Phasing-in, nun vom Ständerat aufgehoben und auf die Dauer der EU-Regelung beschränkt wurde.

Previdoli erklärte vor den über 900 Gästen im Berner Kursaal, dass das BFE auch einen neuen Klimafond geschaffen habe, um Förderungsprojekte – aktuell vor allem bei der Installation von Ladeinfrastruktur – zu unterstützen. Er machte mehrfach deutlich: «Wir brauchen alle alternativen Antriebe für die CO2-Verminderung. Wir vom Bund sind technologieoffen.» Daher profitiere beispielsweise Erdgas/CNG von einem reduzierten Mineralölsteuersatz, Wasserstofffahrzeuge und Elektromobile seien von der Automobilsteuer befreit.
 
«Die E-Mobilität ist aktuell das Steckenpferd, in dem alle Hersteller viel Schub geben», so Previdoli, «und in der Schweiz haben wir natürlich einen sehr guten Strommix für E-Autos. Wir haben die Roadmap Elektromobilität mit 60 Partnern beschlossen, da die E-Mobilität aktuell und kurzfristig die besten Chancen bietet, die CO2-Emissionen zu senken.» Über 30 Modelle mit Elektroantrieb seien für 2020 angekündigt und für die Zukunft sehe es herstellerseitig weiterhin rosig aus. Entscheidend sei jedoch, dass der Garagist seine Rolle in dieser neuen Mobilitätswelt als Energiedienstleister und Effizienzberater wahrnehmen müsse. «Wir sehen eine sehr grosse Dynamik im Markt. Man muss den Käufer nun informieren und motivieren.»

Referat von Pascal Previdoli [PDF]
 
Die ausführliche Berichterstattung zum «Tag der Schweizer Garagisten 2020» lesen Sie im AUTOINSIDE 2/2020.



Alles über den «Tag der Schweizer Garagisten» 2020
erfahren Sie hier.

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