E-Mülltruck und Elektro-Kommunalfahrzeuge ausgezeichnet

10. Januar 2020 agvs-upsa.ch – Das Bundesamt für Energie BFE hat am Donnerstagabend die Gewinner des Watt d’Or 2020 gekürt. Zu den Prämierten gehören auch die Elektro-Kommunalfahrzeuge der Viktor Meili AG und der Elektrolastkraftwagen Futuricum Collect 26E für die Entsorgungslogistik der Designwerk Products AG.

cst./pd. Seit 2007 wird er verliehen: der Watt d’Or – das Gütesiegel für Energieexzellenz. Das Bundesamt für Energie BFE zeichnet dabei innovative Schweizer Unternehmen aus, die Energietechnologien der Zukunft entwickeln, sich mit Innovationen auf den Markt wagen, neue Standards für praktische Lösungen setzen sowie den hohen Ansprüchen an Komfort, Ästhetik und Wirtschaftlichkeit gerecht werden. Gleich zwei Unternehmen erhielten in der Kategorie «Energieeffiziente Mobilität» den Watt d’Or 2020: die Viktor Meili AG und die Designwerk Products AG.

Diesel im Blut, Elektroantrieb im Herzen: Die elektrischen Kommunalfahrzeuge der Familienbetriebs Viktor Meili AG in Schübelbach SZ brauchen im Vergleich zu ihren Diesel-Cousins nicht nur weniger Energie, eine Batterieladung reicht im Winterdienst sogar für acht bis zehn Stunden Einsatzdauer. Zudem sind sie sehr leise, stossen kein CO2 aus und haben tiefe Unterhaltskosten. Auf die Idee der elektrischen Kommunalfahrzeuge gekommen war Manuel Meili, der gemeinsam mit seiner Schwester Katja Meili das Unternehmen in dritter Generation führt. Vor zehn Jahren liess Manuel Meili der Gedanke nicht mehr los, dass Dieselfahrzeuge auf lange Sicht weder nachhaltig noch zukunftstauglich sind. So begann er, sich mit Elektroantrieben zu beschäftigen. Dabei war ihm schnell klar, dass er für seine Fahrzeuge den Antriebsstrang mit Achsen und Getriebe selbst entwickeln muss. Viele Arbeitsstunden, jahrelange Tests und der Aufbau eines eigenen Kompetenzzentrums, in dem auch Partner wie das ehemalige ETH-Start-up Suncar zur Entwicklung beitrugen, brachten den Erfolg. Das Tüfteln liegt bei den Meilis im Blut: Wie Manuel Meili tüftelte auch bereits sein Grossvater in den 1930er-Jahren an Motorrädern, Traktoren und sogar Seilbahnen. Heute hält das Familienunternehmen einen Anteil von 30 Prozent am Schweizerischen Markt für Kommunalfahrzeuge.

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Vollelektrische DNS: Der Elektrolastkraftwagen Futuricum Collect 26E für die Entsorgungslogistik ist 26 Tonnen schwer, verfügt über vier Elektromotoren mit einer Leistung von insgesamt 760 PS, einer Reichweite von 150 Kilometern pro Ladung im Sammelbetrieb und einer Batterielebensdauer von bis zu 800'000 Kilometern. Hinter dem E-Mülltruck steckt die Designwerk AG aus Winterthur. Als Tobias Wülser und Frank Loacker das Unternehmen 2007 gründeten, war ihr erklärtes Ziel, die Elektromobilität mit innovativem Engineering und Produktdesign voranzubringen. Mit Erfolg: Neben dem Zerotracer (elektrisches Kabinenmotorrad) waren sie unter anderem bei der Entwicklung des dreirädrigen, elektrischen Postzustellfahrzeugs DXP beteiligt, das von der Kyburz Switzerland AG in Serie produziert wird. Das Leuchtturmprojekt «Futuricum» startete vor drei Jahren mit Unterstützung des Bundesamts für Energie. Dabei wurden vier E-Mülltrucks entwickelt und in den Städten Thun, Murten, Lausanne und Neuenburg erprobt sowie laufend verbessert. Nun läuft am Standort der Designwerk AG die Serienproduktion. Der Wegfall von fossilen Treibstoffen und der Schwerverkehrsabgabe hat dabei deutlich geringere Betriebskosten zur Folge, womit die höheren Anschaffungskosten der Fahrzeuge amortisiert werden können. Die Überlegenheit des E-Trucks der Marke Futuricum im Bereich Entsorgungslogistik ist nachgewiesen und bereits interessieren sich weitere Städte in der Schweiz aber auch aus dem Ausland dafür.

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Die folgenden Projekte wurden ebenfalls gleichwertig prämiert: Ein thermochemisches Energieversorgungsnetz im Orchideen-Gewächshaus der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, Schmid Hutter AG und der Meyer Orchideen AG (Kategorie «Energietechnologien»); die biologische Methanisierung mit Archaeen im Hybridwerk der Regio Energie Solothurn (Kategorie «Erneuerbare Energien») sowie das Anergienetz auf dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich (Kategorie «Gebäude und Raum»).

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