Alternative Antriebssysteme werden integriert

23. Februar 2021 agvs-upsa.ch – Automobildiagnostiker und Automobil-Werkstattkoordinatoren nehmen Schlüsselfunktionen im Garagenbetrieb ein. Als Antwort auf die sich verändernde Technologie werden nun die Kompetenzen «Alternative Antriebssysteme» in die entsprechenden Lehrgänge integriert. 

om. Im Jahr 2020 wurde in mehreren Workshops mit Spezialisten von Importeuren, Bildungspartnern und Fachkräften aus Garagen und Vertretern den Kommission AD/AWK unter der Leitung von Kommissionspräsident Werner Bieli sowie dem AGVS das Zweistufenkonzept zur Integration der Kompetenzen «Alternative Antriebssysteme» in den Lehrgang entwickelt. Das Konzept wurde im Dezember durch die Kommission AD/AWK genehmigt.

Alternative Antriebssysteme Stufe 1
Ein Vorteil des Konzepts ist, dass alle drei Fachrichtungen (AD PW und NFZ sowie AWK) von der ersten Stufe profitieren, da diese in das erste gemeinsame Ausbildungsjahr bzw. in die Z-Kompetenzen integriert werden. Konkret wird dazu der bisherige Kompetenzbereich Z4 «Kundenbeziehungen» (Abb. A) zu «Alternative Antriebssysteme» umgebaut (Abb. B).

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Kompetenzbereich Z4 neu
Die beiden Kompetenzen «Schadenkalkulation» und «Kostenvorschläge» werden durch die Kompetenzen «Technische Zusammenhänge und Diagnosearbeiten an alternativen Antriebssystemen» ersetzt. Die drei weiteren Kompetenzen Gespräche mit Kunden, Kundenbeanstandungen und Reklamationen bleiben grundsätzlich bestehen, jedoch werden die Inhalte der Gespräche auf das Themengebiet alternative Antriebssysteme ausgelegt (Abb. B).

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Des Weiteren sind die bereits bekannten Kurse «Hochvolt 1» und «Hochvolt 2» sowie das neue «Grundmodul Gas» (Umsetzung im Verlauf des Jahres 2021) bzw. deren AGVS-Kompetenzausweise Voraussetzung, um das Modul «alternative Antriebssysteme» abzuschliessen. 

Der Umfang des Kompetenzbereichs Z4 wird durch diese Aktualisierung und Erweiterung von 30 Stunden auf 60 Stunden erhöht zuzüglich der erwähnten Kurse zur Erlangung der AGVS-Kompetenzausweise HV 1 und HV 2 sowie Gas werden es gegen 90 Stunden sein. Die übrigen drei Z-Kompetenzbereiche Z1 «Fahrzeug-Elektrik-Elektronik», Z2 «Komfort- und Sicherheitselektronik» und Z3 «Fahrerassistenz- und Infotainmentsysteme» werden nicht verändert.

Vorgesehen ab Herbst 2021 sind Pilotlehrgänge durch drei bestehende Bildungspartner, die sich bereits vertieft mit dem Thema alternative Antriebe auseinandergesetzt haben. Es sind dies das Weiterbildungszentrum in Lenzburg (wbz), die Schweizerische Technische Fachschule in Winterthur (STFW) und das Ausbildungszentrum in Horw der AGVS Sektion Zentralschweiz. Ab 2022 ist geplant, dass auch die weiteren bisherigen Bildungspartner den Kompetenzbereich «alternative Antriebssysteme» in ihre AD/AWK-Lehrgänge integrieren.

Das Kompetenzbereich «Alternative Antriebssysteme Stufe 1» soll künftig auch allgemein zugänglich sein, beispielsweise für Automobildiagnostiker, welche die Berufsprüfung bereits absolviert haben oder auch für interessierte Automobil-Mechatroniker/innen und Automobil-Fachleute (Abb. C).

Ausblick: Alternative Antriebssysteme Stufe 2 
Die alternativen Antriebssysteme werden in die bestehenden Kompetenzbereiche «Motor» (P2 und N2) integriert und inhaltlich auf die beiden Fachrichtungen Personenwagen und Nutzfahrzeuge abgestimmt. Diese Stufe ist somit exklusiv für Automobildiagnostiker, d.h. das zweite Ausbildungsjahr vom Automobil-Werkstattkoordinator (W1 – W4) wird nicht verändert. Wie bei der Stufe 1 werden wiederum die Themen Aufbau/Wirkungsweise, Diagnose und Instandhaltung behandelt, jedoch jeweils die entsprechenden erweiterten Kompetenzen (Abb. D).

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Des Weiteren ist vorgesehen, dass der geplante Kurs «Hochvolt 3 – Arbeiten an nicht eigensicheren Systemen», der sich zur Zeit in Entwicklung befindet, ein Bestandteil der Stufe 2 wird. Die Umsetzung dieser zweiten Stufe erfolgt nach den ersten Abschlüssen der Stufe 1.

Mit der beschriebenen zweistufigen Umsetzung werden zeitnah schweizweit die Basis- und erweiterten Fachkompetenzen betreffend «Alternativen Antriebssystemen» breit abgestützt. Dies  auch dank der jährlich rund 200 AD-/AWK- Abschlüssen. Die Aktualität und Marktfähigkeit dieser für die Automobilbranche sehr wichtigen Weiterbildung mit eidgenössischem Abschluss wird damit gewährleistet. Auch bleibt die Attraktivität, diese Berufsprüfungen zu absolvieren, für künftige Teilnehmende erhalten.
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